Bauhaus Dessau
1926 Bauhaus Baubüro, Walter Gropius
seit 2020: Farbbefundung, Konservierung, Monitoring, Fachplanung und -beratung,
Zustandsdokumentation
Das Bauhausgebäude in Dessau gilt als Schlüsselwerk des Neuen Bauens und der
klassischen Moderne.
Die asymmetrische, funktional gegliederte Anlage besteht aus drei flügelartigen
Baukörpern, die miteinander über einen zweigeschossigen Brückenbau sowie den
eingeschossigen Festbereich mit Aula, Bühne und Mensa verbunden sind.
Charakteristisch ist die windmühlenartige Grundrissdisposition, die nur in der
Bewegung um den Bau erfassbar wird.
Konstruktiv handelt es sich um einen Stahlbeton-Skelettbau mit nichttragenden
Ausfachungen. Die dreigeschossige, stützenfrei vorgehängte Glas-Vorhangfassade
des Werkstattflügels gilt als eines der frühesten und prägendsten Beispiele ihrer Art
in der Architekturgeschichte. Flachdächer, der bewusste Verzicht auf Bauornament
sowie die ursprünglich von Hinnerk Scheper entwickelte differenzierte
Farbgestaltung der Innenräume gehören zu den wesentlichen
denkmalkonstituierenden Merkmalen.
Nach Kriegsbeschädigungen 1945, vereinfachenden Wiederaufbauten in der DDR-
Zeit und der umfassenen Teilrekonstruktion (1976) werden seit 1996 kontinuierlich
Instandsetzungen und Konservierungsleistungen ausgeführt. Der Schwerpunkt liegt
auf der Sicherung des bauzeitlichen Bestandes: Steinholz-Estrichböden, farbig
gestaltete Terrazzoböden, Zementestrichböden mit Waffelstruktur, Ziegeldecken,
Tür- und Fensterelemente, Putze und Farbfassungen.
Seit 1996 ist das Bauhausgebäude – gemeinsam mit den Meisterhäusern – als Teil
der Stätte „Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau" in die
UNESCO-Welterbeliste eingetragen.