ehem. HASAG-Fabrik

Kamenzer Str. 10-12 in Leipzig (Nordwerk) 1939/40, 1942, Fa. Modes 2025, restauratorische Befundung, Bewertung, Einordnung von Materialien, Spuren und Veränderungen: Zuarbeit für ein qualifiziertes bauhistorisches Gutachten von zeitFormen Dipl.Künstl. A. Binnewerg M.Sc. als Grundlage für die Bewertung der Denkmaleigenschaft der überlieferten Gebäudeteile Das Werk Leipzig der Hugo Schneider AG (HASAG) steht exemplarisch für die aktive Beteiligung der deutschen Industrie am mörderischen Zwangsarbeitssystem des NS- Regimes und deren nachfolgende Verschleierung und Verdrängung aus der Erinnerung. Gegründet als Metallwarenfabrik in Leipzig-Reudnitz, wurde die HASAG in den 1930er Jahren zum zentralen Rüstungsproduzenten für die Herstellung von Artilleriegranaten, Gewehrmunition und Panzerfäusten mit Standorten in Leipzig, Taucha, Altenburg, Berlin sowie später in den besetzten polnischen Gebieten. Im Zweiten Weltkrieg avancierte das Unternehmen zum größten privaten Arbeitgeber von KZ-Häftlingen im Deutschen Reich. Das Leipziger Werk war mit 5000 Häftlingen das erste und größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Am Kriegsende 1945 war das Areal in großen Teilen zerstört: bombardiert, gesprengt, geplündert. Der Prokurist und Betriebsführer Edmund Heckler floh in die französische Besatzungszone und war 1949 Mitgründer des heute weltweit tätigen Waffenproduzenten Heckler & Koch. Er wurde als „Mitläufer“ entnazifiziert. Auf dem Areal entstand zunächst erneut eine Metallwarenproduktion für die zivile Nutzung, ab 1950 war ein Baubetrieb ansässig und es wurden Forschungsinstitute der Akademie der Wissenschaften der DDR etabliert. Seine Geschichte geriet weitgehend in Vergessenheit oder wurde verschwiegen. Heute erinnert die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig mit engagierter Öffentlichkeitsarbeit an dieses dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte.

ehem. HASAG-Fabrik

Kamenzer Str. 10-12 in Leipzig (Nordwerk) 1939/40, 1942, Fa. Modes 2025, restauratorische Befundung, Bewertung, Einordnung von Materialien, Spuren und Veränderungen: Zuarbeit für ein qualifiziertes bauhistorisches Gutachten von zeitFormen Dipl.Künstl. A. Binnewerg M.Sc. als Grundlage für die Bewertung der Denkmaleigenschaft der überlieferten Gebäudeteile Das Werk Leipzig der Hugo Schneider AG (HASAG) steht exemplarisch für die aktive Beteiligung der deutschen Industrie am mörderischen Zwangsarbeitssystem des NS-Regimes und deren nachfolgende Verschleierung und Verdrängung aus der Erinnerung. Gegründet als Metallwarenfabrik in Leipzig-Reudnitz, wurde die HASAG in den 1930er Jahren zum zentralen Rüstungsproduzenten für die Herstellung von Artilleriegranaten, Gewehrmunition und Panzerfäusten mit Standorten in Leipzig, Taucha, Altenburg, Berlin sowie später in den besetzten polnischen Gebieten. Im Zweiten Weltkrieg avancierte das Unternehmen zum größten privaten Arbeitgeber von KZ-Häftlingen im Deutschen Reich. Das Leipziger Werk war mit 5000 Häftlingen das erste und größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Am Kriegsende 1945 war das Areal in großen Teilen zerstört: bombardiert, gesprengt, geplündert. Der Prokurist und Betriebsführer Edmund Heckler floh in die französische Besatzungszone und war 1949 Mitgründer des heute weltweit tätigen Waffenproduzenten Heckler & Koch. Er wurde als „Mitläufer“ entnazifiziert. Auf dem Areal entstand zunächst erneut eine Metallwarenproduktion für die zivile Nutzung, ab 1950 war ein Baubetrieb ansässig und es wurden Forschungsinstitute der Akademie der Wissenschaften der DDR etabliert. Seine Geschichte geriet weitgehend in Vergessenheit oder wurde verschwiegen. Heute erinnert die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig mit engagierter Öffentlichkeitsarbeit an dieses dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte.