St. Justkirche Kamenz
spätmittelalterliche Chorausmalung
um 1390, böhmischer Einfluss
2016 - 2018 Befundrevision und Neubewertung von Konservierungskonzepten, Konzeption zur
Konservierung und Restaurierung, restauratorische Fachplanung und Ausführungsbetreuung wie LPh 5 -
8 HOAI
Die Ausmalung gehört zu den seltenen in vergleichbarem Umfang überkommenen
Wandmalereien in Sachsen. Sie wurde 1935 bei Umbauarbeiten in der Kirche
entdeckt, freigelegt und 1937 restauriert. An der südlichen Chorwand sind Szenen
aus dem Leben Christi, an der nördlichen Chorwand Szenen aus dem Marienleben
dargestellt. Das Kreuzrippengewölbe ist mit vorzüglichen Engelsdarstellungen
ausgemalt. Auf Blindfenstern, zwischen den Chorfenstern und an der Chorseite des
Triumphbogens sind weitere figürliche und illusionierende Malereien erhalten. Die
Sockelzone war ursprünglich ebenfalls bemalt - hier sind lediglich Fragmente
überliefert.
Vorlagen für die Bildfelder aus dem Marienzyklus finden sich in vergleichbarer, fast
identischer Weise im Kapitelsaal des Kloster Sazava (Sasau) in Böhmen, die dort um
1360-80 geschaffen wurden.
Nach Jahrzehnten des zunehmenden Verfalls begann in den 1990er Jahren die
schrittweise konservatorische Erforschung der Malerei und die Sanierung der
baulichen Hülle.