Schloss Heidecksburg, Säulensäle
18. Jh., 1816/1880/1898
2022 - 2024 Bestands- und Zustandsermittlung, Entwurfsplanung, Kostenberechnung sowie Zuarbeit zur
Genehmigungsplanung in Anlehnung an LPh 2-4 HOAI
Die Säulensäle im Erdgeschoss des Südflügels befinden sich im ehemaligen Marstall,
der seit 1485 urkundlich nachweisbar ist. Die heute wahrnehmbare Raumbildung mit
Kreuzgewölben und Säulenreihen ist eine Überlieferung der Stallkonstruktion, wie
sie bereits 1720 in Plänen nachweisbar ist. Wegen des gewachsenen Bedarfs an
repräsentativen herrschaftlichen Wohnräumen wurde seit 1805 die Auslagerung des
Stalls in den damals noch als „Klepperstall“ bezeichneten, nordseitig die
Schlossanlage begrenzenden Marstall erwogen und ab 1816 realisiert. Zunächst
zweigeteilt in großen und kleinen Säulensaal für Empfänge, Bälle und Konzerte bzw.
als Speisezimmer, waren 1877-1880 umfangreiche Arbeiten zur Schwammsanierung
notwendig. Seit 1891 sind die Säulensäle dreigeteilt und seit 1898 mit Gaskaminen
ausgestattet. Die intimere Raumdisposition wurde weiter als Musik- und
Speisezimmer, zusätzlich für Versammlungen genutzt. Die Gaskamine sollte die
komfortable Nutzung in der kalten Jahreszeit ermöglichen.
Die innere Ausgestaltung mit verputzten und bemalten Kreuzgewölben, stuckierten
Kapitellen an Säulen und Pilastern, gelbem und rotem Stuckmarmor an den
Wandflächen, intarsierten Tafelparkettböden sowie hölzernen Lambris im Großen
Säulensaal geht auf die Umnutzung nach 1816 zurück. Die notwendigen
Reparaturarbeiten und Renovierungen haben lediglich das Motiv der Bemalungen
an Gewölben verändert, jedoch nicht die Prägung der klassizistischen
Raumaufführung.