Stahlhaus, Siedlung Dessau-Törten

1926 - 1927, Georg Muche und Richard Paulick 2020 - 2024 Farbbefundungen, Zuarbeit denkmalpflegerische Zielstellung, baubegleitende Befunddokumentation und Materialerfassung Das Stahlhaus wurde vom Bauhaus-Meister Georg Muche (1895-1987) und dem Bauhaus-Studenten Richard Paulick (1903-1979) im Auftrag der Stadt Dessau entworfen und gebaut. Als freistehendes Wohnhaus am Eingang der Siedlung Törten konzipiert, war es zugleich Experimentalbau zur Erkundung der Machbarkeit von industrieller (Vor-)Fertigung im Wohnungsbau. Das Stahlhaus umreißt eine Grundfläche von ungefähr 12 x 9 m und besteht aus zwei ineinander geschobenen, leicht versetzt angeordneten Kuben, von denen der „Wohnkubus“ den „Funktionskubus“ überragt. Die Konstruktion ruht auf Doppel-T- Trägern, die vertikal im Streifenfundament mit einem Stützen-Rastermaß von 1,50 m eingespannt sind. An den Stützen sind mittels Spannschienen 3 mm dicke Siemens- Martin-Stahlplatten befestigt. Die Kopfenden der Stützen sind in Längsrichtung mit Riegeln aus U-Profilen verbunden, in Querrichtung wurden dafür Doppel-T-Träger verwendet, die die Lasten der Deckenkonstruktion aus Gipsschlacke-Dielen aufnehmen. Sämtliche Metallverbindungen sind mit Niet-, Schraub- oder Klemmverbindungen ausgeführt. Das Stahlhaus wurde bis 1989 als Wohnhaus genutzt und erfuhr in dieser Zeit verschiedene Nutzungsanpassungen und Veränderungen. Mit dem Erwerb durch die Stiftung Bauhaus Dessau 1993 konnten umfangreiche Forschungs- und Sanierungsarbeiten eingeleitet werden. Das Stahlhaus war seitdem als Exponat für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kampagne ab 2020 hatte zum Ziel, erneut notwendige Sanierungen umzusetzen und zugleich Erkenntnislücken zur ursprünglichen Konstruktion, Bautechnologie und Farbgebung zu füllen.

Stahlhaus, Siedlung Dessau-

Törten

1926 - 1927, Georg Muche und Richard Paulick 2020 - 2024 Farbbefundungen, Zuarbeit denkmalpflegerische Zielstellung, baubegleitende Befunddokumentation und Materialerfassung Das Stahlhaus wurde vom Bauhaus-Meister Georg Muche (1895-1987) und dem Bauhaus-Studenten Richard Paulick (1903-1979) im Auftrag der Stadt Dessau entworfen und gebaut. Als freistehendes Wohnhaus am Eingang der Siedlung Törten konzipiert, war es zugleich Experimentalbau zur Erkundung der Machbarkeit von industrieller (Vor- )Fertigung im Wohnungsbau. Das Stahlhaus umreißt eine Grundfläche von ungefähr 12 x 9 m und besteht aus zwei ineinander geschobenen, leicht versetzt angeordneten Kuben, von denen der „Wohnkubus“ den „Funktionskubus“ überragt. Die Konstruktion ruht auf Doppel-T-Trägern, die vertikal im Streifenfundament mit einem Stützen-Rastermaß von 1,50 m eingespannt sind. An den Stützen sind mittels Spannschienen 3 mm dicke Siemens-Martin-Stahlplatten befestigt. Die Kopfenden der Stützen sind in Längsrichtung mit Riegeln aus U-Profilen verbunden, in Querrichtung wurden dafür Doppel-T-Träger verwendet, die die Lasten der Deckenkonstruktion aus Gipsschlacke-Dielen aufnehmen. Sämtliche Metallverbindungen sind mit Niet-, Schraub- oder Klemmverbindungen ausgeführt. Das Stahlhaus wurde bis 1989 als Wohnhaus genutzt und erfuhr in dieser Zeit verschiedene Nutzungsanpassungen und Veränderungen. Mit dem Erwerb durch die Stiftung Bauhaus Dessau 1993 konnten umfangreiche Forschungs- und Sanierungsarbeiten eingeleitet werden. Das Stahlhaus war seitdem als Exponat für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kampagne ab 2020 hatte zum Ziel, erneut notwendige Sanierungen umzusetzen und zugleich Erkenntnislücken zur ursprünglichen Konstruktion, Bautechnologie und Farbgebung zu füllen.